“Schreiben heißt werben”, meint Wolf Schneider

Geschrieben von Ulrike Hensel am 16.03.11 1 Kommentar

Wolfschneiderbuecher Schreiben heißt werben, meint Wolf Schneider

Ein beispielloser Sprachlehrer: Wolf Schneider

(Fast) jeder, der sich intensiv mit „gutem“ Deutsch befasst, kennt ihn bzw. seine Ratgeber-Bücher: Wolf Schneider, der 1925 in Erfurt geboren wurde und heute in Starnberg lebt, ist Journalist, Sachbuchautor, Sprachlehrer und Sprachkritiker. Bezeichnungen wie „oberster Sprachlehrer“ und „Sprachpapst“ sind mit seinem Namen verbunden.
Auf der Seite www.wolf-schneider-sprachseminar.de heißt es: „Wolf Schneider ist der bedeutendste Stillehrer der deutschen Sprache und Experte einer Schreibtechnik, die nur ein Ziel verfolgt: vollständig, mühelos und gern gelesen und verstanden zu werden.“

Tatsächlich habe ich sehr, sehr viel aus seinen Büchern gelernt und wende das Gelernte in meiner Textarbeit an. Auch wenn sich vieles wiederholt, wenn man mehr als ein Buch liest, so kommen doch stets neue Aspekte und neue Beispiele hinzu. Und schließlich kann ja auch Wiederholung nicht schaden. Heißt es nicht “Wiederholung ist die Mutter des Lernens”?

Nicht nur Standardwerke für gutes Schreiben

deutsch Schreiben heißt werben, meint Wolf Schneider Wolf Schneider hat (laut Wikipedia) 28 Sachbücher geschrieben, darunter allein elf Bücher über die Sprache wie zum Beispiel “Wörter machen Leute – Magie und Macht der Sprache.”, “Deutsch für Kenner. Die neue Stilkunde”, “Deutsch für Profis. Wege zu gutem Stil”, “Deutsch! Das Handbuch für attraktive Texte.”

Ich habe mal die aufgezählt, die ich im Regal stehen – und auch gelesen! – habe. Jedem Sprachinteressierten kann ich diese Bücher nur empfehlen! Eigentlich jedem, der mit Sprache im allerweitesten Sinne arbeitet. Im Einführungstext zum Buch “Deutsch für Kenner” heißt es meines Erachtens sehr zutreffend: “Über die Kunst, den Leser einzufangen, wird niemand hinweggehen, der mit Sprache wirken möchte, denn ‘Schreiben heißt werden’.” – Meine Rede!

Glück Schreiben heißt werben, meint Wolf Schneider Aber nicht nur Sprachbücher, sondern auch Bücher wie zum Beispiel “Glück! Eine etwas andere Gebrauchsanweisung.” und “Der Mensch. Eine Karriere.” Auch diese Bücher habe ich mit Freuden gelesen. Dieser Mann kann einfach super gut schreiben und seine differenzierte Betrachtung der Dinge sagt mir ausgesprochen zu.

Wolf Schneiders beruflicher Weg

Wenn ich Bücher lese, deren Inhalt mich anspricht, beginnt mich der Mensch dahinter, der Autor, zu interessieren. Über Wolf Schneiders beruflichen Lebensweg und seine Aktivitäten habe ich gefunden (Quellen: Wikipedia und www.wolf-schneider-sprachseminar.de)

Von 1950 an war Wolf Schneider sechs Jahre lang Korrespondent der Nachrichtenagentur AP, später Leiter der Nachrichtenredaktion und Washington-Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung. 1966 ging Wolf Schneider zum Magazin Stern, wo er ab 1969 Verlagsleiter war. 1971 wechselte er zur Axel Springer AG, um das Nachrichtenmagazin Dialog aufzubauen. Das Projekt scheiterte. 1973 wurde er Chefredakteur der Tageszeitung Die Welt, damals Hamburg. 1979 wurde er zum Leiter der damals neu gegründeten Hamburger Journalistenschule (später: Henri-Nannen-Schule) berufen. Er stand bis 1995 an der Spitze dieser Ausbildungsstätte für Journalisten, trug in diesen Jahren zum guten Ruf der Schule bei und machte sich einen Namen als Sprachlehrer und -kritiker. Von 1979 bis 1987 und 1991 bis 1992 moderierte Schneider die NDR-Talkshow. Er ist Träger des Medienpreises für Sprachkultur der Gesellschaft für deutsche Sprache und Honorarprofessor der Universität Salzburg.

Bis ins hohe Alter aktiv

Wolf Schneider ist Ausbilder an vier Journalistenschulen, berät Redaktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als Autor und Sprachkolumnist arbeitet er unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung und sueddeutsche.de. Seit Mai 2009 äußert er sich in der Video-Kolumne Speak Schneider! auf sueddeutsche.de regelmäßig zu Themen der deutschen Sprache. Gönnen Sie sich etwas davon! Macht wirklich Spaß. (Habe mir gerade den neuesten Beitrag angesehen.)

Was mich fasziniert: Mit seinen fast 86 Jahren hält er nach wie vor 2-tägige Sprachseminare für Presse und Wirtschaft, Titel “Was tun, wenn man gelesen werden möchte?”. Für 2011 gibt es Seminartermine in Frankfurt, Berlin, Düsseldorf und Hamburg!
Noch zum Inhalt : „In seinem Seminar wird er die Erfolgsfaktoren leserfreundlichen Schreibens vorstellen, um auf dieser Basis gemeinsam mit den Seminarteilnehmern Texte herzustellen, die so sind, wie gute Texte sein sollen: kurz, bündig, attraktiv.“ (aus der Seminar-Ausschreibung)
Da ich selbst auch Workshops für gelungenes berufliches Schreiben anbiete, habe ich auch den Blick auf den Preis: Sie kosten 1.980 Euro netto! – Wie bescheiden nehmen sich dagegen meine Preise aus ;-)

Wer Lust hat, kann hier noch ein Interview mit Wolf Schneider vom 7. Mai 2010 lesen.

Ein Kommentar zu ““Schreiben heißt werben”, meint Wolf Schneider”

  1. 1
    Gut schreiben lernen · ko-aktiv Blog sagt:

    [...] Siehe auch mein Blogbeitrag über Wolf Schneider. [...]

Kommentar schreiben